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Schutzmaßnahmen · Thema 04

Überspannungsschutz

Wann ist Überspannungsschutz vorzusehen, und wie wird er gestaffelt?

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Freigegeben

Hösl/Ayx/Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, 22. Aufl., VDE VERLAG · Ausgabe 2019-01 · Kap. 17.4, S. 945–953 (DIN VDE 0100-443:2016-10, DIN VDE 0100-534:2016-10)

In neuen Wohn- und Gewerbegebäuden ist Überspannungsschutz grundsätzlich vorzusehen; der Schutz wird gestaffelt (Typ 1/Typ 2/Typ 3) und möglichst nah am Speisepunkt installiert.

Wann

  • Nach DIN VDE 0100-443 bei Folgen für Menschenleben, öffentliche Einrichtungen, Gewerbe und Industrie, Personenansammlungen und — als deutscher Zusatz — Einzelpersonen in Wohngebäuden und kleinen Büros mit Betriebsmitteln der Überspannungskategorie I oder II. Beim Neubau von Wohn- und Gewerbegebäuden ist der Einsatz damit grundsätzlich erforderlich.

Auswahl und Einbau (DIN VDE 0100-534)

  • So nah wie möglich am Speisepunkt der Anlage, mindestens Typ 2. Typ 1 bei Blitzschutzsystem, Freileitungseinspeisung oder wenn Schutz bei direktem Einschlag gefordert ist. Kombiableiter vereinen Typ 1 und Typ 2.
  • Zusätzliche Überspannungs-Schutzeinrichtungen (Typ 2 oder 3) je nach Aufbau und Stoßspannungsfestigkeit der Betriebsmittel, koordiniert und in Energieflussrichtung nachgeschaltet.
  • Der Schutzpegel Up muss unter der Bemessungs-Stoßspannung Uw der Betriebsmittel liegen; empfohlen höchstens 80 %. Überspannungskategorie II: Uw = 2,5 kV, Up = 2 kV; Kategorie I: Uw = 1,5 kV, Up = 1,2 kV.
  • Wirksamer Schutzbereich höchstens 10 m Leitungslänge; bei größeren Abständen zusätzliche Schutzeinrichtungen nahe am Betriebsmittel oder geschirmte Leitungen.
  • Im TT-System und teils im TN-S-System bietet die 3+1-Schaltung Vorteile (drei Ableiter L–N, eine Summenstrom-Funkenstrecke N–PE).
  • RCDs liegen — aus Einspeiserichtung gesehen — hinter den Überspannungs-Schutzeinrichtungen Typ 2.

Im Zählerschrank (VDE-AR-N 4100, Hager Tipp 44)

  • SPD (Typ 1 oder 2) im anlagenseitigen Anschlussraum zulässig oder auf den Sammelschienen im netzseitigen Anschlussraum bzw. in einem separaten Anschlussgehäuse nahe der Einspeisung.
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach dem Fachbuch (Stand 2019). Maßgeblich sind Wortlaut und Ausgabe der jeweils gültigen Norm. Auszug aus dem Abschnitt Überspannungsschutz; äußerer Blitzschutz und Details der Koordination fehlen.Quelle freigegeben am 02.10.2026

Hösl/Ayx/Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, 22. Aufl., VDE VERLAG · Ausgabe 2019-01 · Kap. 17.1–17.2, S. 933–942 (VDE 0185-305)

Ob und wie ein Blitzschutzsystem nötig ist, richtet sich nach Auflagen und Risikobewertung; die Schutzklasse (I bis IV) legt Maschenweite, Blitzkugelradius und Ableitungsabstände fest.

Wann und wie

  • Blitzschutzmaßnahmen sind zu ergreifen, wenn Verordnungen es fordern (z. B. Versammlungsstättenverordnung); sonst kann eine Risikobewertung nach VDE 0185-305-2 oder die VdS-Richtlinie 2010 die Notwendigkeit zeigen.
  • Die Ausführung beschreiben die vier Teile von VDE 0185-305 (seit Oktober 2006). Der äußere Blitzschutz besteht aus Fangeinrichtung, Ableitungen und Erdungsanlage.

Schutzklassen I bis IV

  • Vier Schutzklassen; die Wirksamkeit nimmt von I nach IV ab. Beispiele aus dem Fachbuch: Gebäude mit explosionsgefährdeten Bereichen und Krankenhäuser Klasse II, bauliche Anlagen für Menschenansammlungen in der Regel Klasse III.
  • Maschenweite der Fangeinrichtung: I 5 × 5 m, II 10 × 10 m, III 15 × 15 m, IV 20 × 20 m. Blitzkugelradius: 20 / 30 / 45 / 60 m. Schutzwinkel bei 10 m Höhe über der Bezugsfläche: 45° / 54° / 62° / 65°. Typischer Abstand der Ableitungen: 10 / 10 / 15 / 20 m.
  • Blitzkennwerte (maximaler Scheitelwert beim Erstblitz): I 200 kA, II 150 kA, III und IV 100 kA.

Fangeinrichtungen und Ableitungen

  • Fangeinrichtungen möglichst an allen Gebäudekanten, -ecken und exponierten Stellen; Planung nach Schutzwinkel-, Maschen- oder Blitzkugelverfahren oder einer Kombination.
  • Mindestens zwei Ableitungen je Gebäude, möglichst gerade und senkrecht, als Fortsetzung der Fangeinrichtung; so viele wie möglich. Abstand zu Türen, Fenstern und Öffnungen etwa 0,5 m. Regenfallrohre nur, wenn sie elektrisch durchverbunden sind und ausreichend Querschnitt haben.
  • Jede Ableitung braucht eine Messstelle (Trennklemme oder Messmöglichkeit mit Blitzschutz-Messzange), möglichst direkt oberhalb der Erdeinführung.

Erdungsanlage

  • Für jede Blitzschutzanlage eine Erdungsanlage — oder vorhandene Erder nutzen (Fundamenterder, Bewehrung, Stahlskelett). Ausführung als Einzelerder (Typ A) oder Ringerder (Typ B, z. B. Fundamenterder); geschlossener Ringerder bzw. Fundamenterder ist vorzuziehen.
  • Erdübergangswiderstand so klein wie möglich; Werte unter 10 Ω (Niederfrequenz) gelten als ausreichend. Erdungsanlagen benachbarter Gebäude möglichst vermaschen.
  • Die Erdungsanlage auf kurzem Weg in den Schutzpotenzialausgleich einbeziehen (z. B. NYY 16 mm² Cu); Betriebserder, Antennen, Kabelmäntel und Überspannungsableiter an der Haupterdungsschiene verbinden. Erdfühligkeit sicherstellen — bei weißer oder schwarzer Wanne oder Wärmedämmung zusätzlicher Ringerder oder Erdungsnetz unter dem Fundament (DIN 18014).
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach dem Fachbuch (Stand 2019). Maßgeblich sind Wortlaut und Ausgabe der jeweils gültigen Norm. Auszug zum äußeren Blitzschutz; Werkstoffe, Mindestquerschnitte (Tabellen in VDE 0185-305-3), Blitzschutzpotenzialausgleich und Prüfung des Blitzschutzes sind nicht übernommen.Quelle freigegeben am 02.10.2026

Verbindlich ist immer der Originaltext der gültigen Ausgabe. Die Zusammenfassungen hier stützen sich auf ein Fachbuch von 2019 (und die TAB Baden-Württemberg 2019). DIN-Normen erhalten Sie bei DIN Media, VDE-Bestimmungen beim VDE VERLAG.

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