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Schutzmaßnahmen · Thema 03

Fehlerstromschutz

Wo sind Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen gefordert — mit welchem Typ und welchem Bemessungsfehlerstrom?

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Freigegeben

Hösl/Ayx/Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, 22. Aufl., VDE VERLAG · Ausgabe 2019-01 · Kap. 5.6.6, S. 130–137 (DIN VDE 0100-410:2018-10); Kap. 15.4, S. 893–896

Der zusätzliche Schutz mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) mit Bemessungsdifferenzstrom bis 30 mA ist für Steckdosen, Endstromkreise im Außenbereich und Leuchtenstromkreise in Wohnungen gefordert.

Wo ein RCD ≤ 30 mA gefordert ist

  • Steckdosen für Laien und allgemeine Verwendung bis 32 A (VDE 0100-410:2018-10; bis 2018 galt 20 A).
  • Endstromkreise im Außenbereich mit tragbaren Betriebsmitteln bis 32 A.
  • Leuchten-Endstromkreise in Wohnungen (neu seit 2018-10).
  • Außerdem durch Sonderbestimmungen: Räume mit Badewanne oder Dusche, Schwimmbecken, Saunen, Baustellen, Camping, Ausstellungen und Flächenheizungen.

Ausnahmen für Steckdosen

  • Steckdosen für ein bestimmtes Verbrauchsmittel (z. B. Gefriergerät, Sumpfpumpe) dürfen ausgenommen werden.
  • Steckdosen unter ständiger Aufsicht von Elektrofachkräften: nur nach Gefährdungsbeurteilung und wenn die allgemeine Nutzung dauerhaft ausgeschlossen ist.
  • Im Zweifel die Steckdosenstromkreise mit RCD schützen.

Ausführung

  • Bevorzugt ein FI/LS-Schalter (RCBO) je Endstromkreis: Personen-, Brand- und Leitungsschutz mit einem Gerät, weniger Fehlabschaltungen.
  • Der RCD ≤ 30 mA ergänzt die Schutzmaßnahmen (Abschaltung, doppelte Isolierung, Schutztrennung), ersetzt sie nicht. Fehlerschutz und zusätzlicher Schutz dürfen vom selben RCD erfüllt werden, wenn IΔn ≤ 30 mA und er am Anfang des Stromkreises sitzt.
  • Steckdosen mit eingebautem RCD (SRCD) und ortsveränderliche RCD (PRCD) dienen nur als Schutzpegelerhöhung für das angeschlossene Gerät, nicht als zusätzlicher Schutz nach Norm.
  • Die RCDs so den Stromkreisen zuordnen, dass das Abschalten eines RCD nicht zum Ausfall aller Stromkreise führt.
  • RCD hinter dem Überspannungsschutz (Typ 2) einbauen; bevorzugt selektiv (Typ S).

Prüfen

  • Die Prüftaste prüft nur den Schaltmechanismus. Die Wirksamkeit wird mit einem Prüfgerät nach VDE 0413-6 gemessen; im TN-System gilt Zs ≤ U₀ / IΔn, im TT-System RA · IΔn ≤ 50 V.
  • Erproben mit der Prüftaste: bei nichtstationären Anlagen arbeitstäglich, sonst alle 6 Monate (Fachbuch zu DGUV Vorschrift 3).
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach dem Fachbuch (Stand 2019). Maßgeblich sind Wortlaut und Ausgabe der jeweils gültigen Norm. Auszug: Zusätzlicher Schutz mit RCD ≤ 30 mA; Bauarten und Typen stehen im zweiten Eintrag.Quelle freigegeben am 02.10.2026

Hösl/Ayx/Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, 22. Aufl., VDE VERLAG · Ausgabe 2019-01 · Kap. 5.6.7, S. 138–150 (VDE 0100-530:2018-06, VDE 0664-10/-20)

RCDs unterscheiden sich nach der Art des erfassbaren Fehlerstroms (Typ A, B) und nach der Bauart; für Schutz gegen elektrischen Schlag und Brandschutz sind nur bestimmte Bauarten zulässig.

Typen

  • Typ A: sinusförmige Wechselfehlerströme und pulsierende Gleichfehlerströme. Typ B: zusätzlich glatte Gleichfehlerströme (Wechselspannungsnetze).
  • Typ AC (nur sinusförmige Wechselfehlerströme) ist für den Schutz gegen elektrischen Schlag und den Brandschutz nicht zulässig — auch nicht netzspannungsunabhängig.
  • Ob Gleichstromanteile im Fehlerstrom auftreten können, muss im Zweifel der Hersteller des Betriebsmittels sagen; danach richtet sich der Typ.

Zulässige Bauarten

  • Netzspannungsunabhängige Fehlerstromschutzschalter Typ A ohne (RCCB) und mit eingebautem Überstromschutz (RCBO), RCCB zum Zusammenbau mit einer Steckdose, Fehlerstromeinheiten (RCU) zum Anbau an Leitungsschutzschalter, Leistungsschalter mit Fehlerstromschutz (CBR), Typ B mit und ohne Überstromschutz.
  • Ausdrücklich nicht zugelassen sind netzspannungsabhängige Fehlerstromschutzschalter (DI).
  • Steckdosen mit RCD (SRCD) und ortsveränderliche RCDs (PRCD) dienen nur der Schutzpegelerhöhung. PRCD-Vorzugswerte: 230 V, 6/10/13/16 A, 10 oder 30 mA.

Kenngrößen

  • Bemessungsdifferenzströme z. B. 10 mA, 30 mA, 0,1 A, 0,3 A und 0,5 A; Abschaltzeit der RCCB 0,04 s; Bemessungsschaltvermögen z. B. 800 A, 1 000 A, 1 250 A, 6 kA, 10 kA.
  • 2-, 3- und 4-polige Ausführungen; bis 125 A Bemessungsstrom besteht das Gerät allein aus der Fehlerstromschutzeinrichtung. Freiauslösung verhindert das Wiedereinschalten bei bestehendem Fehler.
  • Ein RCCB ohne Überstromschutz braucht einen vorgeschalteten Überstromschutz nach Angabe des Herstellers; im Betrieb nicht über den Bemessungsstrom belasten.
  • Kurzverzögerte RCDs dienen bei kapazitiven Einschaltspitzen (z. B. Beleuchtung mit EVG, lange Kabel), wo normale RCDs fehlauslösen. Für höhere Überspannungsbedingungen CBR oder modulare RCDs (MRCD) einsetzen.

Einbau und Leiter

  • Der Neutralleiter hinter dem RCD darf keine Verbindung mit Erde haben und ist wie die Außenleiter zu isolieren; RCD erschütterungsfrei montieren.
  • Der Schutzleiter wird vor dem RCD (in Energieflussrichtung) als gesonderte einadrige Leitung geführt, außer wenn bei einem vollkommenen Kurzschluss Außenleiter–Schutzleiter ein Überstromschutz abschaltet. Hinter dem RCD: grün-gelber Leiter mindestens 1,5 mm² Cu mit den Außenleitern oder gesonderter blanker Leiter mindestens 4 mm² Cu.
  • Im TT-System in der Regel Schutzklasse II vor dem RCD.
  • Betriebsmäßige Ableitströme der Verbrauchsmittel (Wärmegeräte, Leuchten) beachten.

Selektivität

  • Zwei hintereinanderliegende RCDs (nach VDE 0664-10/-20) schalten selektiv, wenn der vorgeschaltete RCD vom Typ S ist und einen Bemessungsdifferenzstrom von mindestens dem 3-Fachen des nachgeschalteten hat.
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach dem Fachbuch (Stand 2019). Maßgeblich sind Wortlaut und Ausgabe der jeweils gültigen Norm. Auszug: Typen, Bauarten, Einbau und Selektivität; Schweißtransformatoren sind nicht übernommen. Typen und Normen aus 2019 — neuere Typen (z. B. F oder EV) enthält das Fachbuch nicht.Quelle freigegeben am 02.10.2026

Verbindlich ist immer der Originaltext der gültigen Ausgabe. Die Zusammenfassungen hier stützen sich auf ein Fachbuch von 2019 (und die TAB Baden-Württemberg 2019). DIN-Normen erhalten Sie bei DIN Media, VDE-Bestimmungen beim VDE VERLAG.

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  3. 03Freigeben

    Mit Ausgabe, Stand und Prüfvermerk.

  4. 04Anzeigen

    Im Thema, mit Quelle — Änderungen bleiben nachvollziehbar.