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Schutzmaßnahmen · Thema 05

Erdung

Wie werden Erdungsanlage, Schutzpotentialausgleich und Schutzleiter ausgeführt?

Inhalt

Freigegeben

Hösl/Ayx/Busch: Die vorschriftsmäßige Elektroinstallation, 22. Aufl., VDE VERLAG · Ausgabe 2019-01 · Kap. 5.6.8–5.6.11, S. 151–180 (DIN VDE 0100-540:2012-06, DIN 18014:2014-03)

Jede neue Anlage braucht Fundamenterder, Schutzpotenzialausgleich über die Haupterdungsschiene und je Stromkreis einen Schutzleiter mit ausreichendem Querschnitt.

Schutzleiter

  • Für jeden Stromkreis ein Schutzleiter; Verbindungen dauerhaft und elektrisch gut leitend; keine Lötverbindungen; Befestigungsschrauben nicht als Anschlussstelle.
  • Mindestquerschnitt nach Außenleiter (gleicher Werkstoff): bis 16 mm² wie der Außenleiter, 16 bis 35 mm²: 16 mm², darüber die Hälfte. Außerhalb einer gemeinsamen Umhüllung mit den Außenleitern mindestens 2,5 mm² Cu mit mechanischem Schutz, 4 mm² Cu ohne (16 mm² Al).
  • Als Schutzleiter nicht zulässig: Wasser- und Heizungsleitungen, Rohre für brennbare Gase und Flüssigkeiten, Tragseile, Kabelwannen und -pritschen sowie flexible Metallteile.
  • Der Schutzleiter liegt in demselben Kabel bzw. unmittelbar neben den aktiven Leitern, wenn Überstromschutzeinrichtungen den Schutz übernehmen.

Fundamenterder

  • In allen neuen Gebäuden ist ein Fundamenterder nach DIN 18014 zu errichten; er ist Bestandteil der elektrischen Anlage.
  • In Beton verlegt: Bandstahl mindestens 30 mm × 3,5 mm oder Rundstahl mindestens 10 mm; mindestens 5 cm Betondeckung; verzinkt oder unverzinkt; als geschlossener Ring in den Umfassungsfundamenten. Bei weißer Wanne ein Ringerder in Erde außerhalb. Der Erdungswiderstand liegt typisch zwischen 1 und 15 Ω und wird gemessen.
  • Nicht als Erder: Bewehrung von Spannbeton, Rohrleitungen für brennbare Flüssigkeiten und Gase, Wasser- und Heizungsrohre sowie in Wasser eingetauchte Metallteile. Diese Rohrleitungen werden stattdessen in den Schutzpotenzialausgleich einbezogen.

Schutzpotenzialausgleich über die Haupterdungsschiene

  • In jedem Gebäude eine Haupterdungsschiene in der Nähe der Hausanschlüsse. Anzuschließen: Erdungsleiter (Fundamenterder), Schutzleiter zu den Verteilern, metallene Rohrleitungen von außen (Gas, Wasser, Abwasser), Heizung und Klima, Gebäudekonstruktion soweit berührbar, Blitzschutzerder.
  • Gas- und Wasserleitungen im Gebäude einbeziehen, auch wenn sie von außen aus Kunststoff sind; Telekommunikations-Potenzialausgleich (VDE 0800-2-310) einbinden.
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach dem Fachbuch (Stand 2019). Maßgeblich sind Wortlaut und Ausgabe der jeweils gültigen Norm. Auszug: Schutzleiter, Fundamenterder, Haupterdungsschiene; Erdernetze, Werkstoff-Tabellen und TT/IT-Besonderheiten sind nicht übernommen.Quelle freigegeben am 02.10.2026

TAB Baden-Württemberg (VfEW BW) · Ausgabe 2019-04 · Abschnitt 11, S. 41

Fundamenterder und Schutzpotenzialausgleich im Netzanschluss: Vorgaben der TAB Baden-Württemberg für neue und bestehende Gebäude.

Vorgaben

  • In neu zu errichtenden Gebäuden ist ein Fundamenterder nach DIN 18014 zu errichten; er ist Bestandteil der Kundenanlage.
  • Der PEN- bzw. Neutralleiter des Verteilnetzes darf nicht als Erdungsleiter für Erzeugungsanlagen, Antennen, Blitzschutz oder Kommunikationsnetze dienen.
  • Bei Änderungen und Erweiterungen in Bestandsgebäuden ist der Schutzpotenzialausgleich nach DIN VDE 0100-410 und -540 auszuführen. Eine Erdungsanlage wird in Altbauten nur nachgerüstet, wenn z. B. Blitzschutz, Empfangsantenne oder ein Erder für Schutz- oder Funktionszwecke gefordert wird.
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten nach den Technischen Anschlussbedingungen des Netzbetreiberverbands. Regionale Vorgaben — bei Abweichungen gilt die TAB des zuständigen Netzbetreibers.Quelle freigegeben am 02.10.2026

HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung: Merkblätter zur Elektroinstallation in Wohngebäuden · Ausgabe M3 01.2017 · Merkblatt M3 Fundamenterder (DIN 18014, DIN VDE 0100-410)

Der Fundamenterder wird als geschlossener Ring mit Querverbindungen in den Fundamenten ausgeführt; die Quelle nennt Maschenweite, Überdeckung, Verbindung zur Bewehrung, Sonderfälle und Zuständigkeiten.

Ausführung

  • Geschlossener Ring in den Außenfundamenten; bei größeren Gebäuden Querverbindungen mit Maschen von höchstens 20 m × 20 m (bei Blitzschutz oder EMV-Anforderungen auch kleiner). Reihenhäuser: je Haus ein eigener Ring.
  • Allseitig mindestens 5 cm Beton Überdeckung; in unbewehrten Fundamenten mit Abstandhaltern fixieren, Bandstahl hochkant. In bewehrtem Beton alle 2 m mit der Bewehrung verbinden (Schraub- oder Schweißverbindung; Keilverbinder in maschinell verdichteten Fundamenten nicht zulässig).
  • Der Erder muss erdfühlig sein. Bei weißer oder schwarzer Wanne, Bitumenabdichtung, schlagzähen Kunststoffbahnen, Vollperimeterdämmung oder schlecht leitenden Bodenschichten wird ein Ringerder außerhalb des Fundaments verlegt, zusätzlich ein Funktionspotentialausgleichsleiter im Fundament, alle 20 m Umfang mit dem Ringerder verbunden; Wanddurchführungen druckwasserfest, Bewegungsfugen mit Dehnungsband (50 mm² Cu/Al) überbrücken.

Material und Anschlussteile

  • Rundstahl mindestens 10 mm Durchmesser oder Bandstahl mindestens 30 mm × 3,5 mm, verzinkt oder unverzinkt. Für einen Ringerder außerhalb des Fundaments nichtrostender Stahl V4A (z. B. Werkstoffnummer 1.4571).
  • Anschlussteile (Anschlussfahnen, Erdungsfestpunkte) aus korrosionsfestem Material; mindestens eines nahe dem Hausanschlusskasten, bei Blitzschutzanlage zusätzliche nach außen. Anschlussfahnen ab Austrittsstelle mindestens 1,5 m lang und auffällig gekennzeichnet.

Zuständigkeit und Nachweis

  • Der Fundamenterder ist Bestandteil der Kundenanlage; Bauherr oder Architekt veranlassen ihn, schon bei der Ausschreibung der Rohbauarbeiten. Errichtung durch Elektro- oder Blitzschutz-Fachkraft oder unter deren Aufsicht.
  • Anschluss an die Haupterdungsschiene, Schutzpotenzialausgleich und Durchgangsmessung nur durch eine Elektrofachkraft. DIN 18014 bietet ein Formblatt für die Dokumentation mit den Messwerten.
Auszug — das Thema ist damit nicht vollständig behandelt.Zusammenfassung in eigenen Worten. Die Merkblätter sind Empfehlungen des Branchenverbands, keine Norm; die Ausstattungswerte nach RAL-RG 678 sind nur im Auszug (Merkblatt M1) ausgewertet.Quelle freigegeben am 02.10.2026

Verbindlich ist immer der Originaltext der gültigen Ausgabe. Die Zusammenfassungen hier stützen sich auf ein Fachbuch von 2019 (und die TAB Baden-Württemberg 2019). DIN-Normen erhalten Sie bei DIN Media, VDE-Bestimmungen beim VDE VERLAG.

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